Sonntag, 4. April 2010

中国 - Klappe, die dritte

War ich wirklich weg? Kaum eine Stunde wieder auf chinesischem Boden schlürfe ich schon die erste Nudelsuppe und wundere mich nur wenig über den ungenießbar hohen Knochenanteil im Hühnerfleisch. Fallon und kurz später Alicia, die freundliche Praktikanten meines neuen Arbeitgebers, empfangen mich sehr herzlich und führen mich in den 22. Stock meines neuen Zuhauses. Der kurz vor seiner Fertigstellung stehende schöne Garten der gelben Strömung (黄浦丽园). Noch fehlt es an Internet, Klospülung und Haushaltszubehör, aber der erste Blick ist vielversprechend. Habe ich doch als erster freie Zimmerwahl und entscheide mich für das Elternschlafzimmer. Die Wohnungen sind traditionell nicht auf drei gleichberechtigte Jense sondern auf Familien ausgerichtet. Bis ich wirklich einziehen kann, wohne ich zunächst bei den Hostessen in den Nahe gelegenen "Celebrity Aparments". Eine vom Deutschen Pavillion angemietete Hotelanlage, die ihrem Namen gerecht zu werden weiß.
Am nächsten Tag geht es los, mein erster Arbeitstag. Wir treffen uns an der Metro Station vor dem EXPO Gelände und ich warte gemeinsam mit dem fröhlich singenden Sachsen Björn und seiner sowie meiner Yanyan auf den Fahrer, der uns den Eintritt auf das Gelände ermöglicht. In seiner Tasche finden sich die Ausweise verschiedener Mitarbeiter wieder, die nach Möglichkeit passend auf die Anwesenden aufgeteilt werden. Björn hat Glück, heute muss er kein Asiat sein und wir passieren die Kontrolle ohne Schwierigkeiten. Was uns dann anlacht, ist die wohl größte Baustelle des Landes. Überall wird betoniert, geteert und gepflastert. Die Stadt im Gleichgewicht lässt sich nur erahnen und wir machen uns mit Helm auf in die Energiezentrale. Nach einer ersten Darbietung rund um die beeindruckende Filmkugel mit mehr als 3 m Durchmesser ist sich der Regisseur nicht mehr sicher, ob er diesen wegen der Bauarbeiten oder aber doch der Kopfzerbrechen, die ihm meine schauspielerischen Leistungen machen tragen muss. Die Anwesenden um meine Chefin May reden mir gut zu und ich beschließe in den nächsten Tagen fleißig meinen Text zu lernen, um meiner Rolle Jens Schritt für Schritt näher zu kommen. Wir verbringen die Pause im provisorisch eingerichteten Protagonisten Raum und verdauen bei gut schmeckendem japanischen Essen die Eindrücke vom Deutschen Pavillon und seiner fleißig arbeitenden Erbauer.

Photos gibt es leider noch keine, eine erste Ansicht auf den schnittigen Maschinenbau Studenten Jens findet ihr oben rechts. Wer weiterhin über neue Einträge informiert werden möchte, trägt sich bitte in den Newsletter ein. Kommentare auf dieser Seite oder per eMail werden mit Freude entgegen genommen.